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Myome und Naturheilkunde

Uterusmyome sind häufige und gutartige Geschwülste in der Gebärmutter. Wie können wir mit Hilfe der Naturheilkunde den Wucherungen der Gebärmutter begegnen und was könnte der Hintergrund für diese Erkrankung sein?

Etwa 20 — 25 % aller Frauen über 30 Jahren entwickeln Uterusmyome, die anfangs keine oder nur wenige Beschwerden machen und je nach Lage und Größe entsprechend behandlungsbedürftig sind. Myome werden meist zufällig im Rahmen von gynäkologischen Routineuntersuchungen (Ultraschall) diagnostiziert.

Ein Myom ist definitionsgemäß eine Geschwulst des Muskelgewebes. Die Gebärmutter besitzt so genanntes "glattes" Muskelgewebe, das — im Gegensatz zum quergestreiften Muskelgewebe der Skelettmuskulatur — unwillkürlich und autonom reagiert. Im Bereich dieser glatten Muskelfasern entstehen aus noch ungeklärter Ursache gutartige Tumore mit unterschiedlichem Wachstumscharakter.

Man unterscheidet dabei gynäkologisch drei Wachstumsarten:

  • subseröse Myome, die außen auf der Gebärmutter wachsen
  • intramurale Myome, die direkt innerhalb der Uterusmuskulatur wachsen und am häufigsten vorkommen
  • submuköse Myome, die in die Gebärmutterhöhle oder sogar in den Vaginalbereich nach innen hineinwachsen.

Uterusmyome

Durch diese unterschiedlichen Wachstumsarten und die jeweilige Größe und Lage bedingt, können Uterusmyome sehr unterschiedliche Symptome verursachen. In den meisten Fällen existieren die Myome innerhalb der Gebärmuttermuskulatur (intramural) anfangs als kleine lokale Schwellungen mit nur wenigen Millimetern Durchmesser. Ab einer bestimmten Größenzunahme kann es dann zu spürbaren Druck- oder Schmerzsymptomen kommen.

Besonders bei sehr großen intramuralen Myomen wird häufig die Gebärmutterhöhle verengt, was gerade im Falle einer Schwangerschaft ungünstig ist und zu kritischen Problemen führen kann. Bei allen größeren Uterusmyomen besteht auch immer die Möglichkeit, dass es durch die allmähliche Raumforderung nicht nur lokal im Gebärmutterbereich, sondern auch an Blase, Darm und Wirbelsäule zu Störungen und Beschwerden kommen kann. Auch Beeinträchtigungen von nervalen Bereichen oder der Blutzirkulation können hervorgerufen werden.

Einige der nach außen oder nach innen wachsenden Uterusmyome besitzen anatomisch einen Stielfortsatz, wodurch spezielle Symptome entstehen können. Manchmal kommt es bei solchen "gestielten" Myomen zu einer so genannten Stieldrehung, die sehr schmerzhaft sein kann und häufig mit einer akuten Blinddarmentzündung und ähnlichen schwerwiegenden abdominalen Erkrankungen verwechselt werden kann.

Bei einigen Frauen können, unabhängig von der Größe eines Myoms, zusätzliche Komplikationen auftreten, die baldige medizinische Maßnahmen erfordern. So kann es beispielsweise ab einem bestimmten Zeitpunkt, neben den schon erwähnten Beschwerden, zu beständigen und häufigen Blutungen im Gewebsbereich des Myoms kommen, die zu einer manifesten Anämie führen. Im ungünstigsten Fall besitzt eine Frau einen so genannten Uterus myomatosus, der mit zahlreichen Myomen durchsetzt ist und vielfältige Beschwerden verursacht.

Uterusmyome sind in ihrem Wachstum deutlich abhängig von dem Einfluss der Geschlechtshormone. Vor allen Dingen sind es Östrogene, die das Wachstum der Myome begünstigen. Das Gestagen, der hormonelle "Gegenspieler", bewirkt eine Reduktion der Östrogenkonzentration und damit auch eine Verlangsamung oder Verringerung des Myomwachstums, was durch eine entsprechende medikamentöse Hormontherapie teilweise auch beabsichtigt ist.

Da bei der Frau der hormonelle Einfluss der Östrogene im Laufe des Älterwerdens naturgemäß schwindet, werden heutzutage die kleineren und symptomlosen Myome von vielen Gynäkologen nur noch regelmäßig beobachtet und nicht weiter behandelt, da sie mit Beginn der Menopause meist von alleine zu schrumpfen beginnen.

Ansonsten wird häufig, neben diversen hormonellen Therapien, ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, der von kleineren und meist endoskopischen Gewebsoperationen bis hin zur vollständigen Entfernung des Uterus reicht. Die vorschnelle und meist überflüssige "Totaloperation" der Gebärmutter und auch der Eierstöcke wurde leider in den letzten Jahrzehnten bei einem großen Teil betroffener Frauen angewandt und ist sehr umstritten. Auch heute gibt es noch in einigen Ländern (z. B. USA) eine relative hohe Rate von operativen Gebärmutterentfernungen, obwohl in vielen Fällen nachweislich kein zwingender medizinischer Grund vorlag und andere therapeutische Maßnahmen nicht vollständig ausgeschöpft oder in Betracht gezogen wurden.

Aus naturheilkundlicher Sicht können Myome grundsätzlich unterstützend mitbehandelt werden, solange keine dringende Notwendigkeit besteht, sie operativ entfernen zu lassen. Bei einem rechtzeitigen Behandlungsbeginn können entsprechende naturheilkundliche Verfahren sehr häufig eine drohende Operation oder eine Hormonbehandlung sogar völlig überflüssig machen!

Die Homöopathie besitzt in ihrem Arzneischatz eine Reihe von Mitteln, die schon rein symptomatisch und auf organischer Ebene meist in tiefen bis mittleren Potenzen eingesetzt werden können. Die einzelnen Arzneimittelbilder von Calcium fluoratum, Magnesium phosphoricum, Magnesium muriaticum, Silicea, Conium, Thuja und Phytolacca besitzen einen deutlichen Bezug zu Geschwulstbildung und Bindegewebsveränderungen.

Bei myombedingten Blutungen können symptomatisch Phosphorus, China, Sabina, Lachesis, Millefolium, Hamamelis, Secale, Ustilago und Platinum zusätzlich in Betracht gezogen werden. In Bezug auf den seelischen Hintergrund der Myombildung und unter Berücksichtigung der Gesamtheit der individuellen Symptome kommen selbstverständlich viele weitere Mittel in Frage, wobei unbedingt durch eine gründliche homöopathische Anamnese das entsprechende Similimium ermittelt werden sollte.

Häufig hat sich bei Geschwulsterkrankungen auch die Misteltherapie bewährt, die, im anthroposophischen Sinne, durch eine Anregung des Wärmeorganismus, die bislang noch nicht integrierten und dadurch "fremdätherischen" Lebenskräfte auflösen soll. Tatsächlich handelt es sich ja bei der Gebärmutter um ein Organ mit starken und reproduktiven Lebenskräften, die sich auf disharmonische Weise energetisch und auch organisch verselbstständigen können.

Mit Hilfe der Isopathie kann man therapeutisch den Gesamtstoffwechsel ansprechen und gleichzeitig lokal im Uterusbereich auf zellulärer Ebene einwirken. Außerdem wird durch entsprechende isopathische Bakterienpräparate das Immunsystem angeregt und bewirkt, ähnlich wie bei der Mistelanwendung, einen Abbau von Stauungen und quasi "inkompatiblen" Substanzen auf biochemischem Wege.

In meiner Praxis habe ich auch bei einigen großen Uterusmyomen gute Erfahrungen mit Schlangen-Reintoxinen gemacht, die mit ihrem tief greifenden Wirkungsspektrum auf Blut-, Nerven- und Gewebsprozessen über einen längeren Zeitraum substanziell verabreicht und injiziert werden. Teilweise konnten selbst sehr große Myome mit Hilfe entsprechender Schlangengifte deutlich reduziert und — entgegen aller ärztlichen Ansichten — auch zum Verschwinden gebracht werden!

Auch Atemtherapie und Yogaübungen stellen eine begleitende Unterstützung dar, um den Kräftestrom im Unterleib wieder harmonisch anzuregen.

Es muss im Einzelfall immer abgewogen werden, welche therapeutische Unterstützung notwendig und sinnvoll erscheint, aber es sollten ruhig alle naturheilkundlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, bevor eine Myompatientin sich für eine Hormonbehandlung oder einen größeren chirurgischen Eingriff entscheidet.

Was könnte der seelisch-geistige Hintergrund für diese Symptomatik und Erkrankung sein? Da es sich konkret um eine muskuläre Organerkrankung im Unterleib der Frau handelt, scheint offensichtlich das Thema weibliche Kraft eine Rolle zu spielen.

Der Uterus stellt für die Frau ein sehr wichtiges anatomisches, wie auch energetisches Zentrum ihres Wesens dar. Er ist schon von der stofflichen Betrachtung her der körperliche und organische Ausdruck urweiblicher und archetypischer Prinzipien wie Empfangen, Schützen, Nähren und Gebären. Im Unterleib der Frau existieren und verdichten sich naturgemäß besonders viele "Lebens"- Kräfte, die ihr vor allen Dingen für die Empfängnis, Schwangerschaft und die Geburt zur Verfügung stehen. Also hauptsächlich elementare Kräfte, die — formelhaft ausgedrückt — Geist zu Materie werden lassen können.

Diese grundsätzlichen energetischen Qualitäten und Kraftwirkungen des weiblichen Unterleibs sind seit Alters her bekannt und, jeweils nach dem Typus und Zeitgeist der verschiedenen kulturellen Epochen, unterschiedlich wahrgenommen und bewertet worden.

In den meist prähistorischen und eher matriarchalisch orientierten Kulturen wurden Weiblichkeit und Fruchtbarkeit schon aus Überlebensgründen und Abhängigkeit von den Naturgewalten besonders verehrt und hatten einen hohen kultisch-religiösen Wert. Während der griechischen Antike waren Ärzte und einige Philosophen der festen Überzeugung, dass die Gebärmutter — Hysteragenannt — im "Leib des Weibes nach oben aufsteigen" und vorzugsweise in ihrem Kopf "umherfliegen" kann. Später hat Sigmund Freud in seinen psychoanalytischen Überlegungen diese antiken Aussagen aufgegriffen und daraus das Bild der "hysterischen" Persönlichkeit abgeleitet.

Die weibliche Ur-Kraft, die sich im Unterleib offensichtlich innerhalb der Gebärmutter befinden musste, war besonders den männlichen Zeitgenossen unheimlich und wirkte auf sie bedrohlich. Wussten diese doch instinktiv, dass letztendlich alles Leben aus den "dunklen Höhlungen" des Weiblichen entstand, dem sie auch ihre eigene Existenz verdankten. Diese Tatsache ist für das stark egobehaftete und eher rational empfindende Wesen des Mannes schon immer ein Problem gewesen, wie sein Umgang mit dem Weiblichen in den letzten Jahrhunderten und bis hinein in die Gegenwart eindrucksvoll beweist.

Ein seelischer Hauptschwerpunkt für die Erkrankung scheinen oftmals unerfüllte Kinderwünsche zu sein, die stellvertretend durch die Myombildung in der Gebärmutter somatisiert werden. Wir müssen dabei beachten, dass Frauen über viele Jahrtausende hinweg wesentlich häufiger schwanger wurden und mehr Kinder als heutzutage bekommen haben.

Dies geschah aus vielen Gründen: eigene Nachkommen wurden aus sozialer Sicht als lebensnotwendige Arbeitskräfte und Altersversicherung gebraucht. Auch religiöse Einflüsse ("Seid fruchtbar und mehret Euch") trugen stark dazu bei. Geburtenkontrolle, so wie wir sie heute kennen, war unbekannt und hatte kaum Relevanz. Zusätzlich war die Kindersterblichkeit meist sehr hoch und die medizinische Versorgung zweifelhaft. Kriege und Seuchen taten ihr übriges, um die Anzahl von überlebenden und noch gesunden Kinder zu reduzieren.

Aus Sicht einer Jahrmillionen langen Evolution der menschlichen Spezis und den eben genannten Gründen, sind das gegenwärtige Leben moderner Frauen und ihre (noch) ursprünglichen weiblichen Kräftewirkungen oft nur schwer miteinander zu vereinen. Das im Wesen der Frau tief sitzende und elementare Bedürfnis nach leiblichen Kindern und Mutterschaft trifft zwangsläufig auf die sozialen und beruflichen Realitäten unseres unnatürlichen und rationalisierten Alltags. Sehr viele Frauen sind hin- und hergerissen zwischen ihren Wünschen und Ansprüchen nach Selbstverwirklichung, Unabhängigkeit und Karriere einerseits und einer starken Sehnsucht nach eigenen Kindern, einem Heim, sowie gesicherten Familienleben andererseits.

Die zumindest nominelle Gleichberechtigung der Geschlechter und die vielen gesellschaftlichen, religiösen und auch finanziellen Errungenschaften und Freiheiten der letzten Jahrzehnte innerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft haben leider auch ihren Preis, wie man allein schon an der starken "Versingelung" und der damit verbundenen Partnerschaftsunfähigkeit großer Teile unserer Bevölkerung beobachten kann. Nur leider scheren sich die in uns existierenden und meist unbewusst wirkenden Naturkräfte nicht um solche gesellschaftlichen Aspekte oder egoistischen Lebensentwürfe, sondern wollen gelebt und erlöst werden.

Hinzu kommt auch noch, dass das biologische, wie auch das seelische Zeitfenster für leibliche Mutterschaft, trotz Kunstgriffe wie Hormongaben, künstlicher Befruchtung und Ausweichmanöver auf Samenbanken, naturgemäß nur eine begrenzte Zeit geöffnet ist und den lebendigen Rhythmus von Mutter Natur symbolisieren, den wir nur all zu gerne ignorieren und verdrängen möchten.

Myome werden aus diesem Zusammenhang heraus betrachtet überflüssig, wenn frau sich intensiv mit ihren wirklichen Bedürfnissen und besonders der Thematik des unerfüllten Kinderwunsches auseinandersetzt. Wie schon erwähnt, wachsen Myome ja besonders günstig unter dem Einfluss der Östrogene, der "Fruchtbarkeitshormone". Nach der Menopause, wenn die Östrogenkonzentration immer mehr nachlässt, sollte sich schon aus diesem Grund das Kinderthema erledigt haben und nun innerlich Platz für einen neuen Lebensabschnitt mit anderen Schwerpunkten geschaffen werden.

Es geht also auch um eine bewusste Transformation der weiblichen Lebenskräfte, indem Frauen — unabhängig davon ob sie tatsächlich Mütter geworden sind oder nicht — sich geistige Kinder beispielsweise in Gestalt von kreativen Projekten erschaffen oder entsprechend ihrer individuellen Neigungen und Fähigkeiten sich zum Wohle einer Gemeinschaft einsetzen.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass bei Frauen Myome und ähnliche Erkrankungen des weiblichen Unterleibs häufig einen Ausdruck ihres verletzten Selbstwerts darstellen können. Die jahrhundertelange subtile und auch offensichtliche Geringschätzung des weiblichen Geschlechts in fast allen Gesellschaftsformen, diskriminierende religiöse Glaubenskonzepte, sowie männlicher Machtmissbrauch durch die weit verbreitete Reduzierung von Frauen zu Lustobjekten und Gebärmaschinen, haben in den Seelen vieler Generationen von Frauen ihre Spuren hinterlassen.

Schon der Umgang mit ihren sexuellen Bedürfnissen oder ihrem eigenen und urweiblichen monatlichen Rhythmus ist sogar noch in unserer, angeblich so aufgeklärten Gesellschaft, für die meisten Frauen problematisch. Allein schon durch die meist jahrelange Einnahme von Ovulationshemmern und anderen industriellen Produkten entfernen sich die meisten Frauen von ihrer authentischen Kraft und handeln gegen ihre eigene Natur.

Wie kann es überhaupt noch zu einem gesunden, entspannten und harmonischen Ausdruck von weiblicher Kraft im Körper und im Wesen der Frau kommen? Erscheint es nicht nachvollziehbar, dass Konflikte mit der eigenen Weiblichkeit zwangsläufig zu seelischen und damit auch organischen Verkrampfungen, Verhärtungen und vieler anderer Symptomen führen können?

Hier befindet sich ein wichtiger und ganzheitlicher therapeutischer Ansatz, der völlig unabhängig von medizinischen oder chirurgischen Maßnahmen aufgegriffen werden sollte. Schließlich lässt sich auch selbst bei einer Totaloperation nicht gleichzeitig das seelische Problem mit herausoperieren!

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