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Das falsche Leben und die Normopathie

Uniformität

Der Psychoanalytiker und Psychiater Dr. Hans-Joachim Maaz referiert in diesem knapp einstündigen Vortrag aus seinem Buch "Das falsche Leben" über die Entstehung eines überangepassten und überkonformen Lebens und die damit verbundenen seelischen Konsequenzen und Krankheiten.

Diese weit verbreitete Normopathie des Menschen hat ihren Ursprung vor allen Dingen in der Eltern-Kind-Beziehung. Eine Beziehungsstörung zwischen dem Kind und den Eltern hat gravierende Auswirkungen für die seelische Entwicklung des Kindes.

Dr. Maaz benennt mehrere Arten der Bindungs- und Beziehungsstörungen, die vom der Mutter und dem Vater ausgehen und das Kind in seiner authentischen und natürlichen Entwicklung stark beeinträchtigen können ("Muttermangel", "Muttervergiftung", "Mutterbesetzung", "Mutterbedrohung" sowie "Vaterterror", "Vatererpressung", "Vaterflucht", "Vatermissbrauch").

Das ursprüngliche Selbst des Kindes kann sich nicht frei und authentisch entwickeln und muss durch künstliche Ich-Leistungen und unnatürliche Anstrengungen eine Fassade von Stärke, Kompetenz und Erfolg simulieren und unter hohem Stress aufrecht erhalten. Dies bildet die Grundlage für seelische Störungen und Krankheiten wie beispielsweise Konformität, Narzissmus, Egomanie, Haß, Fanatismus, Radikalismus und Suchtverhalten. Statt sein eigenes und authentisches Selbst frei und kreativ auszudrücken, lebt der Normopath ein falsches Leben in einer pathologischen Scheinwelt.

Dr. Maaz spricht ausführlich darüber, wie Normopathie die Grundlage unserer Leistungsgesellschaft und unseres Wirtschaftssystems bildet und einen hohen pathologischen Stellenwert besitzt.

Foto: © Aeyvi Poe @ freeimages.com



                   

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